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Maulfaul

Schwäbische Schlagfertigkeit:

Mir Schwoba henn abr au en gsonda Mutterwitz ond send au äußerst schlagfertig. Au wenn’s manche nedd glaubad. Bei os muass mr halt genau nahöra, gell.

- “Wenn sia mir beim holzmacha helfa dädad, no brichdad se et spazieralaufa” hodd a Beire zom, a Waldspaziergänger gsaid. Drauf der: “Ich habe heute        keine Lust, habe schon genug gearbeitet”. D’Beire: “Vielleicht mit am Kopf - abr gwies et richdig”.

- Dr Gärdner beim betrachten des Pfarrgartens: “Do hilft ällas bedda nix Herr Pfarrer, do muaß Mischd na”.

- Dr Schreinermoischdr zom Lehrling: “Du nagelsch jo wia dr Blitz. Der driffd au selta zwoimool d’gleich Stell”.

- Klagd dr Moischdr über die Leistung vom Bua, den wo d’Ehefrau mit end Ehe brochd hodd: “S’isch hald nix, wenn mrs nedd selbr machd”.

Maulfaul

Des maulfaule kommt eigentlich so richtig erst im Alter. Kommt ein frisch verheirateter Schwabe nach Hause gibt es Komplimente:

“Ja sag amol Schätzle, du goldigs Saustalldürle, was hosch denn guads kochd? Des schmeggd mr jo bis auf Gass na. Mir laufd’s Wasser em Maul zamma, dass es schier et vrschlugga ka.”

Dabei isch’s grad egal, dass der Ofaschlupfr leicht schwarz geworden ist, dass er jesasmäßig bitter schmeggd, und dass sogar die Äpfel vergessen wurden. Einige Jahre später, zwischenzeitlich sitzt auch dr kleine Bua mit am Tisch, ist der Kommentar schon a bissle kürzer:

„So – Ofaschlupfr“ (Pause) Dann zum Bua: „Kerle iss – I iss jo au“. Zur Frau: „Gibds wenigschdens äbbas Gscheids zom Veschbra?“

Im reifen Alter dann der Höhepunkt der Maulfaulheit. Wenn da des siaße Glomb auf dem Tisch steht, hoists: „I gang en Ochsa!“

 

Schwäbische Onderhaldong:

Der Schwabe hat ja mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass er maulfaul wäre. Wie schon erwähnt, stimmt da so nicht. Dem Schwaben ist halt vorschnelles Wortgetöse ein Gräuel. Zwei Schwaben können sich problemlos ca. zwei Stunden mit wenigen Worten unterhalten. Gut -einschränkend dazu muss ich
sagen, dass das für die ältere Generation gilt. Die “jonge” schwätzad gar nix mehr. Die kommunizieren ja fast ausschliesslich über ihre Smartphones.
Jetzt ein Beispiel für eine klassische Unterhaltung zweier Schwaben, wobei zwischen den einzelnen Gesprächssequenzen gut und gerne mal 10 Minuten
 verstreichen können. Dr Karle hoggd schon im Wirtshaus, dr Oddo kommt dann dazu:

Oddo: Daag
Karle: Daag

Bedienung: A Woiza?
Oddo: Joo

Oddo: Zom Wohl!
Karle: Ebaso.

Oddo: Ond?
Karle: Gohd so. Selbr?
Oddo: Bassd scho.

Karle: Drhoim?
Oddo: S’duads. Bei Dir?
Karle: Schau reachd.

Bedienung: No ois?
Oddo: Joo
Karle: I au

Oddo. Sodale
Karle: Jetzadle

Karle: Dr VfB?
Oddo: Drama hald.
Karle: Wia emmr

Oddo: Zahla!!
Bedienung: Vierachtzig
Oddo: Schdemmd
Karle: I nemm noo ois.

Oddo: Ade, bis morga
Karle: Genau

Und schon haben sich Karl und Otto über 2 Stunden lang, blendend unterhalten.

 

    • Entschuldigung
      Au bei dem Thema sen mir wia eigendlich emmer eißerschd rationell. Blooß a Beischbiel. S’leerd dr oinr s’Bier ibr d’Hosa naa.
      Reigschmeggdr:
      Oh Verzeihung. Das tut mir jetzt aber schrecklich leid. Wie konnte ich nur so ungeschickt sein? Die Reinigungskosten übernehme selbstverständlich ich. Wie gesagt - entschuldigen Sie bitte tausendmal.
      Schwoob: Hoppala
       
    • ________________________________________________________________________________________________________________________

      Vater und Sohn gehen in einem steilen Weinberg den Weg hoch. Da sehen sie, dass der Nachbar seine Schaufel vergessen hat. Beide schauen sich an und der Vater sagt: "Em raa".

      Auf Hochdeutsch: Lieber Sohn, ich habe die Schaufel natürlich auch gesehen! Wir gehen jetzt hoch und arbeiten unser Tagwerk. Wenn wir heute Abend wieder runterkommen und die Schaufel liegt immer noch da, dann nehmen wir sie einfach mit. Das geschieht dem unaufmerksamen Nachbarn recht!

      Das waren jetzt fast zwanzig mal so Worte, wie ein Schwaben dafür braucht!
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