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Grondkurs

Zom Afang will e glei amol ois klarstella. Schwäbisch isch en Dialekt, der sehr stark variiert. Oft isch’s von oim Kuahnescht zom andra ondrschiedlich. Wia bei faschd älle Dialekt isch au beim Schwäbischa d’Omsetzung von dr Ausschprooch enn d’Schrifd a Problem. Nach viele Irronga ond Wirronga hanne oifach mai oigane Schreibweis entwiggld (ond selbschd doo variierd mai Schreibweise emmr noo) . Wega dem will i au gar nix heira, wia “ha, des schreibt ma aber so oder do sait ma so” . Ihr henn sicher au scho gmerkt, dass i au uff dui Lautschrift verzicht. Mit dem ganza Zoichaglomb kenn i mi oifach net aus. I schreib’ halt so, wia e denk’ dass ogfähr nakommt.

Grondkurs (en kloiner)

Mer mached ezt en kloina Grondkurs en Schwäbisch, denn wemmers amol kaah ischs ganz leicht. Em Prinzib gibts jo sowieso blos zwoi Sprocha: Schwäbisch ond Nichtschwäbisch. Am beschta lernt mrs, wenn mr sich als Raigschmeggdr neba an Schwoob nahoggd, om sich des net Verstandene Ibrsetza zom lassa.

Mobei hogga auf nichtschwäbisch “intensives Sitzen” bedeidad. A Schwoob sait au “sitz na” abr hogga isch feschter also mainer definitiv. Ällas kennet mr doo uff jeden Fall net durchnemma. Ond ällas wird au et verroda, denn manchmol wellet mr au onder ons sei.

  • Bei ons Schwoba isch au beim Schwätza Schbarsamkeit agsagt. Wega dem onedige Silba odr Buachstaba oifach weglau.
  • Mir stolprat au et ibr schpitza Schtoi. Wega dem hoists bei ons bei Sp odr St emmer Schp odr Scht: Bei de Omlaut ‘ö’ ond ‘ü’ semmer au ned kleinlich. Die wärat bei ons zu ‘e’ (Esterreich, hera (hören), Krenung (Krönung) usw.) ond ‘i’ (Isch mir Ibl sprach der Diebl, Kischde (also des am Meer), ond en Uraub fahr mr en Sida, etc.). Bloos beim ‘ä’ sen mr ehrakäsig. Des kennat mir besser als die Preißa (Definition entsprechend der bayerischen Denkweise). Mir sagat nämlich et Keese sondern Käs, ond et krehen sondern krähen ond scho gar net Marmelade sondern Gsälz.
  • Des Wertle ‘Wir’ kennat r au glei vergessa. Bei ons hoist des ‘Mr’ ond wird oifach ans Wort naghengt (demmr - tun wir, hemmr - haben wir, gammr - gehen wir). Au des ‘Du’ ond ‘Sie’ brauchat r net. Drfir wir ‘sch’ ond ‘ze’ aghengt (hosch - hast Du, brauchsch - brauchst Du, hänze - haben Sie, brauchatze - brauchen Sie).
  • Ons isch au ganz egal, wia a Wort gschrieba wird. Betonunga setzat mir noch Gesichtspunkte, dia wo net amol de Schwooba selber bekannt send (Depot - Deppo, Büro - Birro, Tunnell - Tunll).
  • Trotz allr Schparsamkeit scheiat mir ons a Aussag’ zom tätiga, wo bloos oi Wort vorkommt. Om des zom verhendra hen mir des ‘ha’ (nein - ha noi, ja - ha jo, wie - ha wia bzw. au ha wia no au.
  • Ond obwohl mir -wia gsagt- sparsam mit de Werdr send, muass oi Adjektiv bei fascht jeder Aussage odr Bitte emmer nei en da Satz. Nämlich Gschwend!! Ich gehe in den Keller - I gang gschwend en Suddrai. Ich gehe in die Kneipe - I gang gschwend en d’ Wirtschaft (wobei doo des gschwend net obedengt werdlich zom nemma isch). Holst Du mir bitte die Leiter - Holsch mr gschwend d’Loidr. Würdest Du mir bitte das Geschirr abspülen - Dädsch mr mol gschwend spiala.
  • Ond no was ganz wichtigs. Des mit denne Relativpronoma isch bei ons ganz oifach. Mir verwendat net der, die, das, welcher, welche und welches. Ha noi!!! Bei ons hoißt des emmer ‘wo’ (Der Mann, der... - Der Mann, wo..., Die Frau, die... - Die Frau, wo..., Das Kind, welches... - Des Kend, wo...). Isch doch viel oifachr.
    Quelle: zum Teil aus http://www.zazenhausen.de/service/swbcrash.htm
  • Was Ihr au obedengd kenna miassad, senn dia Lokaladverbien. Dass r au wissad wo’s nagohd:

dohanna

hier

hendre, henda

nach hinten, hinten

ondr

unter

denna

drinnen

hendrsche

rückwärts

raa

herunter

dieba

drüben

hoba

heroben

rai

herein

domma

drüben

homma

herüben

romm

herüber

donda

drunten

honda

herunten

uff

auf

dooba

droben

iebr

über

ussa

außen

dussa

draußen

naa

hinunter

wisawi

gegenüber

enna

innen

nuff

hinauf

zrugg

zurück

firre

vor / nach vorn

nai

hinein

 

 

fiersche

vorwärts

nomm

hinüber

 

 

hieba

herüben

oba

oben

 

 

henna

herinnen

onda

unten

 

 

Sie wollen Schwabe werden?

So ihr Raigschmeggde - wo ihr jedzd doch einiges ibr ons Schwooba onds schwäbische glernd hend, gohds jedzd ans Eigmachde. Sie wellad wirklich Schwoob werra? No kommad jedzd zsammagfassd a baar Punkd, die wo dui Integratio ogemein erleichdrad (ausnahmsweis uff Hochdeidsch):

Versuchen Sie unbedingt die schwäbische Sprache zu verstehen

Wenn Sie auf der Strasse einen gelernten Schwaben nach der Uhrzeit fragen und die Antwort “Femfvordreifirdlneine” erhalten, dann sollten Sie wissen, dass 8:40 Uhr gemeint ist.

Erwarten Sie von einem Schwaben nie, dass er Hochdeutsch spricht, denn er ist überzeugt, mit Ihnen bereits in bestem Hochdeutsch zu parlieren. “Feschdgmaurd in dr Ärde, schdohd dui Form aus Lähm brannd” ist also die Hochdeutsche Version von Schillers Glocke aus dem Munde einer schwäbischen Lehrerin.

Ein Schwabe wird Ihnen ewig böse sein, wenn Sie sein Hochdeutsch bemäkeln, wird doch sein latentes sprachliches Minderwertigkeitsgefühl angesprochen. Bleiben Sie auch ernst, wenn im Eifer des Gefechts schwäbischer Dialekt ‘verhochdeutscht’ wird, zum Beispiel:

“Warum henken Sie den Riassel so herunter?” oder
“Glei werde ich narradoder
“Täten Sie mir bitte das Gsälz romgäben?”

Sprechen Sie nie selbst schwäbisch

Beim Versuch schwäbisch zu schwätzen, erkennt Sie ein Schwabe schon bei der ersten Silbe als Nichtschwaben und reagiert sehr ungehalten (im besten Fall betrachtet er sie als Riabadibbl). Wird er doch immer denken, Sie wollen sich über ihn und den schwäbischen Dialekt lustig machen. Außerdem werden Sie nie fehlerfreies Schwäbisch hinbekommen, wenn Sie nicht hier aufgewachsen sind. Worte wie “hälenga” (heimlich), “oagnehm” (unangenehm) oder
“Olaaga” (Parkanlagen) sind die typischen Stolperfallen (vor allem auch wegen der Nasallaute).
Zudem hagld der Nichtschwabe über latente Unlogik wie “dr Buddr” (die Butter), “heb dees mol” (halt das bitte fest) oder “henderschefirsche denga” (verquere Gedanken).

Nehmen Sie die Kehrwoche bitterernst

Bei diesem Ritual samstäglichen Putzwahns werden Sie von allen Nachbarn am Anfang argwöhnisch beäugt, wie Sie es mit dem Putzen halten. Lesen Sie die Hausordnung intensiv durch und fragen am besten bei den Nachbarn nach, ob es irgendwelche Besonderheiten gibt.

Sie wandeln auf einem sehr schmalen Grat! Putzen Sie zuviel, wird es heissen “Dia wellad ons wohl zoiga, dass mir Dreggsäu send?” Bleiben aber Flächen ungereinigt werden sich die Nachbarn zuraunen “S’Buddza henn dia au nedd erfonda, dia Dagdiab”.

Wichtig ist es vor allem, die Kehrwoche öffentlich durchzuführen. Wischen Sie daher die Treppe zu Zeiten, wenn alle das Treppenhaus benützen. Stöhnen Sie dabei leise vor sich hin. Wirkungsvoll sind auch einige Wassertropfen als Schweißersatz auf der Stirn. Sollte sich wider Erwarten niemand im Treppenhaus aufhalten, knallen Sie den Schrubber lautstark in alle Ecken und gegen das Gländr, damit jeder im Hause hört, dass hier “aaschdändig buddzd” wird. Bitte stauben Sie auch wöchentlich sämtliche Einmachgläser, die im Keller herumstehen, ab. Die leeren natürlich auch von innen.

Beschäftigen Sie sich mit schwäbischem Essen

Folgende schwäbischen Spezialitäten sollten Sie unbedingt kennen: Bräzga (Brezeln), Laugaweggla (Laugenbrötchen), Roschdbrooda (Zwiebelrostbraten), Lensa midd Soida ond Schbädzla (Linsen mit Saitenwürtschen und Spätzle), Gaisburger Marsch (Eintopf), Saure Nierla ond Saure Kuddla (Nierchen bzw. Kutteln in Sauce), Buabaschbidzla (Schupfnudeln).

Sie müssen auch in der Lage sein, den schwäbischen Kartoffelsalat auf dem Teller mit dunkler Bratensauce zu verrühren und das optisch unansehnliche (abr sauguade) Gemisch mit Genuss zu essen. Auch dürfen Sie Spätzle mit Kartoffelsalat oder Zwiebelrostbraten auf Sauerkraut und einer Maultasche nicht um den Schlaf bringen. Auch liebt der Schwabe Suppen und könnte sich ohne weiteres ausschliesslich von Flädlessuppe (Suppe mit in Streifen geschnittenen Pfannkuchen), Riebalessuppe (Suppe mit Brot), Nudelsuppe oder Hirnsuppe (Suppe mit Schweinehirn) ernähren.

Akzeptieren Sie die schwäbische Seele

Ein echter Schwabe wirkt immer sehr unfreundlich. Dieser rauhe Ton verbirgt aber nur tiefgehendere Gedanken und die latente Zerissenheit der schwäbischen Seele. “So ischs noo au wiedr” sagt der Schwabe und meint damit die Tatsache, dass alles zwei Seiten hat. Und weil nun der Schwabe alles von zwei Seiten betrachtet, dauert es einfach länger, bis er zu einer Entscheidung kommt. Auch viel vorschnelles Wortgetöse ist dem Schwaben ein Gräuel. Zwei Schwaben können sich problemlos ca. zwei Stunden mit den Worten “sodale” und “jetzale” unterhalten. Er spart halt saumässig gerne an Worten (siehe auch “Maulfaul”).

Lernen Sie Geiz und Sparsamkeit zu unterscheiden

Der Schwabe sucht stets den materiellen Besitz, ohne davon aber viel Aufhebens zu machen. Wenn Sie also gerade ein “Häusle” für 1,5 Millionen Euro hingestellt haben, dann sollten Sie überall herumerzählen, dass Sie noch immer den Esstisch aus Ihrer Studentenbude benutzen (ob Sie auf dem im Keller Holz streichen, interessiert in diesem Zusammenhang niemanden). Ein echter Schwabe würde auch nie einen String-Tanga kaufen, weil er weiß, dass nur aus dem klassischen Feinripp-Modell nach 10-jähriger Nutzung die besten Putzlumpen entstehen.

Relativieren Sie finanzielles wie ein Schwabe, sonst haben Sie es bei ihm gleich “vrschissa” (verdorben). Beispiele: “Mir waarad a bissle am Meer” (Wir waren 4 Wochen mit einer gecharterten Jacht in der Südsee), “Dia Kärra brauchad au emmr wenigr” (Ich habe mir gerade wieder eine neue S-Klasse bestellt), “Henn Sia dees au vom neia Margd g’läsa?” (Mein Aktienpaket hat sich gerade in Luft aufgelöst)

So, jedzd isch abr gnuag Hai honda (jetzt reicht’s)

Selbsttest

So, jedzd kennad r amool teschda wie weit s her isch mit Eiram schwäbisch (abr ned bscheissa, gell). Lassad Eich koine graue Hoor wachsa, wenn r nix odr so guad wia nix rechd hend. Selbschd gebirdige Schwooba jingeren ond evtl. au älteren Jahrgangs werdad so ihre Schwierigkeida hann.

Semsagräbsler

Kandl

Gruaba

Kitzabohna

Beidschaschdägga

Gluhf

Schlawagg

Jäschd

Däbberle

Hedschich

Ragall

Ibrzwerch

Anka

Schalluh

Reismadeis

Häggr

Bamba

Ofaschlupfr

Quaddla

Ibser

Grädda

Zäpfa

Pederleng

Fiersche

Bräschdleng

Wefzg

Oissa

Dalga

Bloamakeel

Vrbobbra

Nonnafirzle

Beiga

Schässloh

Dreibla

Migga

Aleida

Aurawaih

Saggduach

Luggaleskäs

Bodschamberle

Auswertung:

40 Richtige:         Absoluter Urschwoob
35 bis 39 Richtige:   Überdurchschnittlicher Schwoob
30 bis 34 Richtige:   Schwwob (grad no so)
25 bis 29 Richtige:   Schduagarder
20 bis 24 Richtige:   Ka mr noo schbrenga lau
15 bis 19 Richtige:   Gastarbeiter
10 bis 14 Richtige:   Badenser
00 bis 09 Richtige:   Raigschmeggdr (absolut hoffnungsloser Fall)

 

 

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